FAQ an El Capitán -
den Streunerkater aus Fuerteventura

¡Hola a todo el mundo! Für alle die mich noch nicht kennen: hier schreibt El Capitán, der Streunerkater aus Fuerteventura.

¡Vale! ich schreibe nicht selbst, sondern lasse schreiben und übersetzen. Telepathisch sozusagen.

Und ich hieß auch nicht immer schon "El Capitán". Die Menschen, die mich einmal lieb hatten, haben mir einen Namen gegeben, den ich für immer vergessen möchte. Sie haben mich auf die Straße geschmissen und sich einen Dreck um mich geschert. Ich muss sehen, wie ich durchkomme und bis jetzt schaffe ich das ganz gut. Ich bin stolz noch zu leben und nenne mich seitdem "El Capitán". Und so sehe ich aus:

In einem meiner zahllosen Kämpfe verlor ich ein Auge, die gekappte linke Ohrspitze zeigt deutlich, dass ich kastriert bin. Ich finde mich immer noch ganz ok, obwohl manche mich als "Mistvieh" betiteln.



Wie sind eure Öffnungszeiten?

El Capitán: Unsere Taskforce ist zwar ständig im Einsatz, dennoch haben wir keine Öffnungszeiten: Wir sind und betreiben kein Tierheim und keine Auffangstation. Die Vermittlungskatzen leben in verscheidenen Pflegestellen auf Fuerteventura. Man kann also nicht einfach mal vorbeikommen und uns besuchen. Unsere fleißigen Menschen freuen sich umso mehr auf deine Kontaktaufnahme über unsere Website, per E-Mail oder telefonisch.

Auf welchen Inseln seid ihr denn sonst noch so aktiv?

El Capitán: Wenn wir könnten, würden wir natürlich am liebsten die Welt retten und all meinen Freunden auf dem gesamten Globus ein katzenwertes Leben ermöglichen (oder am besten gleich neun!) Doch genug mit dem Größenwahn: Wir sind mit Fuerteventura bereits hart an unserer Kapazitätsgrenze. Es mangelt schon jetzt oft an finanziellen und personellen Ressourcen. Daher konzentrieren wir uns auf diese eine kanarische Insel.

Wieviel von meiner Spende kommt überhaupt in Fuerteventura bei den Katzen an?

El Capitán: Der „Wasserkopf“ unseres Vereins ist bewusst klein gehalten. Unsere Verwaltungskosten sind so gering, dass von 100 Euro ganze 99 Euro bei den bedürftigen Katzen auf Fuerteventura ankommen. So etwas können nicht viele Vereine von sich behaupten und darauf sind wir schon ein bisschen stolz. Was uns aber immer wieder ärgert, sind Bank-, PayPal- und ganz aktuell auch noch betterplace-Gebühren.

Warum habt ihr so wenige Vermittlungskatzen? Das hat man ja gar keine richtige Auswahl.

El Capitán: Unser Verein vermittelt Fundkatzen. Wir sind kein Katzensupermarkt, in dem die schönsten Rasseexemplare frisch aufgefönt im Regal sitzen. Der Verein hat keine Wahl- oder Entscheidungsmöglichkeit, da wir Katzen nicht aus Tierheimen in Fuerteventura holen. Denn dort sitzen keine Katzen, sie werden dort nicht aufgenommen. Also entsorgen Menschen sie im Müll oder an anderen Stellen. Oder sie werden angefahren, sind krank oder verletzt. Wann immer uns solch ein Schicksal zugetragen wird, werden wir aktiv und helfen, wo wir können. Und wenn meine Fellkumpels auch nicht immer die Schönsten sein mögen – eines sind sie ganz sicher: unendlich dankbar für deine Hilfe.

Gibt es bei EL CAPITÁN eigentlich keine „normalen“ Katzen?

El Capitán: Auf so eine Frage können doch nur Menschen kommen … Was heißt hier schon normal – gibt es überhaupt „normale“ Katzen? Wir vermitteln Samtpfoten, die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr in ihr Habitat zurückkehren können. Oder die aus der Mülltonne kommen. Es ist nicht so, als ob wir uns Katzen nach Farbe, Felllänge und Rassemixzugehörigkeit aussuchen könnten — oder dies auch nur wollten! Menschen, denen diese äußeren Kriterien enorm wichtig sind, sind hier falsch. Wir suchen Dosenöffner mit Herz und dem Wunsch, meinen leiderprobten Artgenossen ein liebevolles zu Hause zu geben.

Wieso nehmt ihr eine Schutzgebühr? Seid doch froh, wenn die Katzen überhaupt ein liebevolles Zuhause finden anstatt in Käfigen dahinzuvegetieren!

El Capitán: Meine Fellkumpels sind zum Zeitpunkt der Vermittlung kastriert, entwurmt, entfloht, geimpft und gechippt. Jeder besitzt einen EU-Heimtierausweis. Das Flugticket bezahlt ebenfalls der Verein. Zusätzlich brauchen meine samtpfötigen Kameraden natürlich auch Futter, Wasser, Katzenstreu und haben vielleicht den einen oder anderen kostenintensiven Tierarztbesuch hinter sich.

Das alles trägt sich nicht von Sonne und Herzensgüte, sondern nur durch harte Währung. Was viele nicht wissen: Die Vermittlungsgebühr deckt höchstens ein Drittel unserer tatsächlichen Kosten. Mit jeder Vermittlungskatze machen wir also einen finanziellen Verlust! Nichts ist umsonst, schon gar nicht unsere Schützlinge: So trägt die Schutzgebühr auch ein bisschen dazu bei, dass sich wirklich nur die richtigen Dosenöffner mit ernsten Absichten für meine Freunde bewerben. Denn die haben schon genug Leid erlebt und sollen es endlich gut haben.

Warum ist die Schutzgebühr für behinderte, alte oder kranke Katzen nicht geringer als für andere?

El Capitán: Wie meinen? Ich muss doch sehr bitten! Bei uns sind alle Katzen gleich. Ob jung, alt, chronisch krank, blind, dreibeinig oder Rassemix – ich habe alle meine feuchtnäsigen Freunde gleich gern. Und alle haben dem Verein bereits Kosten verursacht. Keiner ist mehr wert als der andere – das gilt unter Tieren wie unter Menschen. Findet ihr nicht auch?!

Ich habe heute Morgen auf euren Anrufbeantworter gesprochen. Jetzt ist es Nachmittag und ich habe immer noch keine Antwort.

El Capitán: Herrje, das tut mir leid – mit vier tapsigen Pfoten telefoniert es sich so schwer. Daher müssen unsere Menschen ran. Die sind mit dem Tierschutz zwar meist 365 Tagen im Jahr beschäftigt, gehen aber auch mal zur Arbeit, sind krank oder im Keller. Keine Panik, sie ignorieren eure Anrufe nicht. Wer auf Band spricht, der wird auch zeitnah zurückgerufen. Pfote drauf.